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Gleichstellung
der Geschlechter
im Sport

Der Sport verbindet Menschen, vermittelt Werte wie Toleranz und Fairness.

Mit dem Projekt Klischeefrei im Sport – No Stereotypes setzen wir uns gemeinsam mit allen Engagierten für eine klischeefreie Sportkultur ein, um die Entwicklungsmöglichkeiten und Teilhabe von Menschen aller Geschlechter am (Spitzen-) Sport nachhaltig zu stärken.

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Aktuelle Meldungen

Der Flyer der Verastaltug liegt auf dem Tisch.
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Klischeefrei im Sport auf der BuNT 2025 – BundesNetzwerkTagung des queeren Sports

Unter dem Motto „Louder Than Ever“ hat die Sportjugend Hessen vom 14. bis zum 16. November Menschen aus Sport, Wissenschaft, Politik…

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Symbolbild: Händekreis und eine Person hat eine Hand auf einem Basketball liegen.
|News

Hol dir dein Zertifikat und packe deine E-Sporttasche für eine klischeefreie Sportkultur!

Das Projekt „Klischeefrei im Sport – no stereotypes“ veröffentlicht in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB)…

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Das Projektteam steht vor den Olympischen Ringen.
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Zwischen Aufbruch und Backlash: Klischeefrei im Sport beim DOSB-Fachforum

Wo entstehen neue Chancen für Frauen, Vielfalt und Gleichstellung? Und wie begegnen wir antifeministischen Tendenzen, die auch im…

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Gleichstellung
der Geschlechter
im Sport

Mit dem Projekt ‚Klischeefrei im Sport – no stereotypes‘ setze ich mich für Chancengerechtigkeit und eine klischeefreie Sportkultur ein. Sport ist mehr als Bewegung – Sport vermittelt Werte, verbindet Menschen, schafft Gemeinschaft, schult den Charakter und macht Lust auf Leistung. Geschlechterklischees und Vorurteile dürfen hier keinen Platz haben. Stereotype zu hinterfragen und eine Kultur der Wertschätzung zu leben, hilft uns Voreingenommenheit zu überwinden, denn eine zukunftsfähige Sportlandschaft braucht genau das – und lebt vom Engagement all jener, die sich täglich dafür einsetzen.

Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Portrait von Karin Prien

Der Sport versteht sich als offener und inklusiver Raum, in dem alle Menschen ihre Begeisterung für den Sport ausleben und ihre Potenziale geschützt entfalten können. Als Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) setzen wir uns deshalb aktiv für Geschlechtergerechtigkeit, Diversität und Teilhabe ein, damit sich die Vielfalt unserer Gesellschaft auch im organisierten Sport widerspiegelt. Eine klischeefreie Sportkultur stärkt den Sport, fördert ein offenes Miteinander und sendet eine klare Botschaft über die Werte des Sports in die Gesellschaft.

Verena Bentele, DOSB-Vizepräsidentin sowie Co-Schirmherrin des Projekts „Klischeefrei im Sport – no stereotypes“

Unsere Schwerpunkte für die Zukunft sind Vielfalt und Chancengerechtigkeit. Wir wollen den Mädchen- und Frauenfußball stärken, die Sichtbarkeit von Frauen im DFB und dessen Gremien erhöhen sowie gleiche Ausbildungs- und Entwicklungschancen für alle Talente ermöglichen. Das Projekt leistet dabei einen wichtigen Beitrag.

Celia Šašić, DFB-Vizepräsidentin für Gleichstellung und Diversität sowie Co-Schirmherrin des Projekts „Klischeefrei im Sport – no stereotypes“

Frauenfußball ist offen, divers, frei – das macht ihn zu einem ganz besonderen, familiären und sicheren Ort. Hier muss sich niemand verstecken und kann Teil unseres Sports sein – auf und neben dem Platz. Wir legen den Fokus auf unsere Ziele und teilen diesen Weg mit voller Leidenschaft und den besten Fans der Welt.

Dina Orschmann, Profi-Spielerin, 1. FC Union Berlin
Dina Orschmann

Fußball begeistert Menschen auf der ganzen Welt. Die Regeln sind überall gleich, die Strukturen und Bedingungen müssen überall gleich werden – egal, welches Geschlecht. Sport steht für Gemeinsamkeit, Diversität, Freude, Leidenschaft und Wertschätzung – dabei darf das Geschlecht, die Religion oder Nationalität kein Kriterium für Erfolg sein. Rassismus, Homophobie und Diskriminierung haben keinen Platz im Fußball!

Ailien Poese, Chef-Trainerin, 1. FC Union Berlin
Ailien Poese

Das Ziel sollte es sein, eine inklusive und diverse Fußballkultur zu schaffen, in der Menschen unabhängig von Geschlecht, Ethnie oder sexueller Orientierung gleiche Chancen und Anerkennung erhalten. Indem wir Vorurteile bekämpfen, gestalten wir eine Welt, in der jeder Mensch gleiche Chancen und Wertschätzung im Fußball erfährt.
Der Sport schafft Verbindungen und steht für gemeinsame Erfolge, Toleranz, Leidenschaft und Freude.

Catharina Siemers, Leitung DSC Arminia Bielefeld Fußballschule

Fußball kann Grenzen überwinden – damit alle gleichermaßen teilhaben können, müssen die Grenzen, die im Fußball bestehen frühestmöglich abgebaut werden. Dazu gehört auch, Mädchen bei der Nachwuchsförderung stärker in den Blick zu nehmen, eine breite Basis zu fördern und entsprechende Strukturen zu etablieren. Da sind wir alle gefordert, Verbände und Vereine.

Tom Rerucha, ehemaliger Cheftrainer 1. Frauen DSC Arminia Bielefeld

Wir wollen den Zeitgeist in den Fußball holen, die Kultur im Fußball verändern und ihn inklusiver machen. Klischeefreiheit im Sport bedeutet für mich, dass Sport für alle da ist – nicht nur für die Männer. Wir treten aus der Duldungshaltung heraus und stehen selbstbewusst für unseren Sport.

Felicia Mutterer, Co-Founder, FC Viktoria Berlin
Felicia Mutterer

Es gibt keinen Grund, warum nicht mehr Frauen im Berufsfeld Fußball arbeiten können, das hat auch die von FUSSBALL KANN MEHR durchgeführte Diversitätsanalyse gezeigt. Oft haben Frauen mit Vorurteilen und Diskriminierung zu kämpfen, dabei kann ein inklusives und vielfältiges Umfeld dazu beitragen, dass alle Beteiligten ihr volles Potenzial ausschöpfen können und somit auch der Erfolg des Teams gesteigert wird.

Luise Fiedler, FUSSBALL KANN MEHR gGmbH
Luise Fiedler

Fußball ist ein weltweit gefeierter Sport, in dem jedes Mädchen und jede Frau einen Platz finden kann. Wir möchten ihnen die bestmöglichen Voraussetzungen bieten, zu spielen, zu coachen, zu pfeifen oder zu erleben. Dadurch wollen wir Frauen und Mädchen die Chance geben, ihr Potenzial durch und im Sport zu realisieren. Auf und neben dem Platz! Ganz nach unserem Slogan „Stark am Ball – stark im Leben!“

Anna Klischies, Koordinatorin Entwicklung Frauen- und Mädchenfußball, Schleswig-Holsteinischer Fußballverband e.V.
Anna Klischies

Als Säbelfechterin fechte ich auf der Planche und in der Trainingshalle gegen Stereotype. Als Präsidiumsmitglied von Athleten Deutschland, der Vertretung der Kaderathlet*innen in Deutschland, benenne ich  die wichtigsten Handlungsfelder für echte Gleichstellung im Sport gegenüber der Sportlandschaft und Politik. Ich setze mich für einen Sport ein, der gleiche Verwirklichungschancen für alle bietet und der frei von Gewalt und Missbrauch ist.

Léa Krüger, Säbelfechterin & Mitglied des Präsidiums von Athleten Deutschland e.V.
Lea Krueger

Die Bundesliga-Schlusskonferenz im Radio ist für mich schon seit meiner Kindheit ein großes Hörkino. Längst ist die Fußballwelt eine andere, aber noch immer viel zu sehr von Männern dominiert. Wie kann es sein, dass über den DFB-Pokal ausführlich berichtet wird, aber kaum über die Frauen-Partien? In den Redaktionen müssen noch viel mehr Reporterinnen, Redakteurinnen und Chefinnen ihren Platz finden, um die Sportberichterstattung vielfältiger und klischeefrei zu gestalten.  Denn Frauen und Fußball? Das passt zusammen - egal ob auf dem Rasen oder hinter dem Mikrofon!

Friederike Sittler, Abteilungsleiterin Hintergrund Kultur und Politik bei Deutschlandfunk Kultur und Vorsitzende des Journalistinnenbundes
Friederike Sittler

Es ist bezeichnend, dass Sportlerinnen abseits von sportlichen Großereignissen nur in etwa zehn bis zwölf Prozent der Sportberichterstattung vorkommen. Neben dem deutlichen Unterschied der Anzahl und des Umfangs der Berichte werden Sportlerinnen aber auch anders dargestellt. So wird ihre Leistung häufiger trivialisiert und die Bilder der Sportlerinnen zeigen sie weitaus seltener in der sportlichen Aktion und vergleichsweise häufiger in privaten Situationen jenseits des Sports. Gegen diese Marginalisierung und mangelnde Wertschätzung der Leistung müssen sich Sportlerinnen immer wieder neu behaupten. Umgekehrt: Es braucht eine klischeefreie Sportkultur auch in den Medien!

Univ.-Prof. Dr. phil. Ilse Hartmann-Tews, Deutsche Sporthochschule Köln Institut für Soziologie und Genderforschung
Ilse Hartmann-Tews

Fußball ist für alle da! Das klingt so einfach und ist manches Mal noch so weit entfernt. Fußballbegeisterte Mädchen brauchen weibliche Vorbilder, auf dem Platz und im medialen Kosmos. Wir finden es wichtig, den Fußball der Mädchen sichtbarer zu machen, junge Sportlerinnen auf ihrem Weg zu porträtieren und sie über ihre Fußball-Leidenschaft sprechen zu lassen. 

Nadine Strathmann, Chefredakteurin von BOLZPLATZ - Das Fußballmagazin für junge Kickerinnen und Kicker
Nadine Strathmann

Eine offene und vor allem klischeefreie Sportkultur ist für Hamburg eine wichtige Sache – dafür setzen wir uns ein. Mit unserer Active City Strategie wollen wir die Hamburgerinnen und Hamburger in Bewegung bringen und zu einem aktiven, gesunden Lebensstil motivieren. Alter, Kondition, Herkunft, Nationalität oder sozialer Status ist uns dabei völlig egal. Und das gilt erst recht auch für das Geschlecht. Wir leben schließlich im 21. Jahrhundert. Und wir helfen gern mit, damit auch alle im 21. Jahrhundert ankommen.

Christoph Holstein, Staatsrat der Behörde für Inneres und Sport, Bereich Sport Hamburg
Christoph Holstein

Ausbeutung, Diskriminierung und Gewalt unserer Gesellschaft werden im Sport fortgesetzt. Er kann diese Unterdrückung festigen, aber auch ein Ort sein, wo Widerstand gelernt und ausgeübt wird oder sogar seinen Anfang nimmt. Klischeefreiheit im Sport bedeutet für mich als Sportjournalistin, mich von Klischees zu lösen, gleichberechtigt über verschiedene Geschlechter, Sportformen und Bewegungsideen zu berichten und wichtigen Kämpfen eine Plattform zu bieten - um so zu einem besseren, freieren, gerechteren, widerständigeren und kreativeren Sport beizutragen.

Alina Schwermer, Sportredakteurin
Alina Schwermer

Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit von Frauen und Männern sind im Sport wie auch in der Wissenschaft nicht gegeben. Das Ungleichgewicht zeigt sich u.a. in der öffentlichen Wahrnehmung, den strukturellen Rahmenbedingungen, den Fördermöglichkeiten und auch in der Forschung. Das BISp will das Bewusstsein für die Belange von Frauen und Mädchen im Leistungssport schärfen und mit Forschungsprojekten gezielt zur Aufhebung der geschlechtsspezifischen Forschungslücken und zur Förderung einer klischeefreien Sportkultur beitragen.

Andrea Schumacher, Leiterin der Abteilung Krisenmanagement und Bevölkerungsschutz im Bundesministerium des Innern (BMI)
Andrea Schuhmacher

Sport bedeutet so viel mehr als nur Wettkampf – es sind gelebte Werte wie Fairness, Respekt und Vielfalt. Sie greifen aber nur, wenn Klischees keinen Platz haben. Denn Vorurteile schränken ein, wo der Sport befreien und verbinden soll. Deshalb ist es mir so wichtig, dass jeder Mensch, unabhängig vom Geschlecht, die Chance erhält, sich im Sport frei und ohne Schablonen zu entfalten – und diese Chance sollten wir ergreifen! Damit Frauen und Mädchen sich in Zukunft keine dummen Fragen mehr stellen lassen müssen.

Dr. Steffen Rülke, Leiter Team Hamburger Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele, Freie und Hansestadt Hamburg
Dr. Steffen Rülke

Alle jungen Menschen sollten die Chance haben, ihre Potenziale zu entfalten – ohne Benachteiligung aufgrund der Nationalität, der sozialen Herkunft, des Geschlechts oder anderer Identitätsmerkmale. Der Sport kann eine wichtige Stütze sein, um gesellschaftliche Veränderung voranzutreiben, Klischees und Vorurteile zu überwinden und eine Kultur der Wertschätzung zu fördern. Als Stiftung aus dem Profifußball setzen wir genau hier an.

Franziska Fey, Vorstandsvorsitzende der DFL Stiftung
Franziska Fey

In unserer Gesellschaft, und auch im Sport, geht es oft nur darum, seine eigenen Ziele zu erreichen, und viele verfolgen diese ohne Rücksicht auf Verluste. Die Wertschätzung und Anerkennung für unsere Mitmenschen kommen dabei oft zu kurz, und ganz besonders hält das ständige Wetteifern viele davon ab, ihre Kommunikation und ihr Verhalten klischeefrei zu gestalten. Nichtsdestotrotz glaube ich daran, dass der Sport und zum Beispiel Teams, die wertschätzend miteinander umgehen und erfolgreich sind, viel dazu beitragen können, unsere Gesellschaft in eine bessere Richtung zu lenken.

Mareike Miller, Nationalspielerin Rollstuhlbasketball
Mareike Miller

Gleichberechtigung bedeutet faktisch gesehen lange noch keine Gleichstellung. Der Sport wird immer noch hauptsächlich durch Männer geprägt. Mädchen brauchen starke, weibliche Vorbilder, an denen sie sich orientieren können. Deshalb ist es besonders wichtig, Mädchen früh zum Sport zu begeistern, ihre Persönlichkeit und ihr Selbstvertrauen zu stärken und sie in die Sportvereine zu bringen. Dort können sie Selbstwirksamkeit erfahren und selber zu Sportvorbildern für die nächste Generation werden.

Tessa Otto, Projektmanagerin Bielefeld United e.V.
Tessa Otto steht vor einer weißen Wand

Ich wünsche mir, dass mehr Jungs und Männer den Mut finden, Synchronschwimmen auszuprobieren, sodass der Sport sich für alle Menschen etabliert. Es lohnt sich immer, seinen Träumen zu folgen und an ihnen festzuhalten, auch wenn sie außerhalb der Norm liegen. Gerade da liegt häufig das größte Potenzial. Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten hilft hierbei ungemein.

Frithjof Seidel, Deutscher Synchronschwimmer
Frithjof Seidel steht vor einem Schwimmbecken.

Eine klischeefreie Sportkultur und Inklusion im Sport gehören für mich als Para Sportlerin untrennbar zusammen. Ich erlebe den Sport immer wieder als tollen Motor, um Vorurteile abzubauen und die Inklusion voranzubringen. Insbesondere bei den vielen Triathlon-Staffel-Wettbewerben, die ich absolvieren durfte, wird mir immer wieder deutlich, wie stark ein Team von Diversität profitieren kann. Wir sind auf einem guten Weg zu einem chancengerechten und gleichberechtigten Sport für alle Menschen.

Tina Deeken, Para-Sportlerin
Tina Deeken

Moderator*innen im Sport sind - wie ich - vorwiegend männlich. Das muss sich ändern, denn Frauen sind in der Sportkommunikation, als Stadion-, Arenen- und Hallensprecherinnen oder in den Medien immer noch nicht paritätisch sichtbar. Ich bin davon überzeugt, dass wir vielfältige Perspektiven in den Sport bringen müssen, um ihn lebendiger und zukunftsfähig zu gestalten.

Daniel R. Schmidt, Sportmoderator und Kommunikationsschaffender im Sport
Daniel R. Schmidt

Ich bin selbst lange nicht auf Idee gekommen, in den Sportjournalismus zu gehen. Es gab kaum Vorbilder und die wenigen wurden als Ausnahme präsentiert oder sogar zur Debatte gestellt. Es geht aber nicht nur darum, wie viele Frauen in Redaktionen oder freiberuflich sichtbar sind, sondern auch um unausgesprochene Rollenbilder, denen vermeintlich entsprochen werden soll, um für bestimmte Jobs überhaupt in Frage zu kommen. Auch Geschlecht jenseits der Binarität muss viel häufiger mitgedacht werden. Nicht nur cis Menschen sind Journalist*innen.

Annika Becker, Freiberufliche Journalistin und Podcasterin
Annika Becker steht vor einer Wand.

Sport lebt von Vielfalt und Fairness. Um das Potenzial des Sports als einer integrativen Kraft voll auszuschöpfen, ist aber eine Kultur zu schaffen, die Geschlechtergerechtigkeit selbstverständlich macht und Klischees hinter sich lässt. Nur so können auch im Sport Räume entstehen, die es Menschen ermöglichen, sich unabhängig von stereotypen Rollenbildern frei zu entfalten und als Persönlichkeiten zu wachsen.

Univ.-Prof. Dr. Ansgar Thiel, Rektor der Deutschen Sporthochschule Köln
Univ.-Prof. Dr. Ansgar Thiel

In der Sportberichterstattung scheint oft nur Platz für eine Frau zu sein, die dann als Symbol für Vielfalt stehen soll. Gleichzeitig werden Sportkommentatorinnen seit jeher mit stereotypischen Zuschreibungen konfrontiert – sie gelten als ahnungslos, zu laut oder zu nervig. Solange wir uns mit Alibigesten zufriedengeben, bleibt die Bühne einseitig. Echte Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit lassen sich nicht mit der bloßen Präsenz einer 'Quotenfrau' erreichen.

Nadine Nurasyid, Trainerin im American Football und NFL-Expertin
Portrait Nadine Nurasyid

Handball steht für Teamgeist, Fairness und Respekt – Werte, die nur dann wirklich gelebt werden können, wenn wir allen Menschen unabhängig von Geschlecht oder Herkunft die gleichen Chancen bieten. Klischees und stereotype Rollenbilder können unbewusst Barrieren schaffen, die Menschen daran hindern, sich frei zu entfalten – sei es auf oder neben dem Spielfeld. Unser Ziel ist es deswegen, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich jede*r willkommen fühlt und Vielfalt als große Stärke wahrgenommen wird.

Annika Schneider, Beauftragte für Chancengleichheit und Vielfalt beim Hamburger Handball-Verband
Portrait von Annika Schneider

Echte Teilhabe im Sport bedeutet echte Repräsentation auf allen Ebenen. Rassifizierte und migrantisierte Frauen erleben Mehrfachdiskriminierung - auch und gerade im Sport. Rassismuskritik und Feminismus gehen Hand in Hand. Ich bin überzeugt: Mit intersektionalem Feminismus werden wir echte Vielfalt im Sport erreichen.

Fuzael Ul-Hassan, Moderator und Referent für Vielfalt im Sport
Portraitbild von Fuzael Ul Hassan

Klar, die Werte des Sports scheinen auf den ersten Blick keine Barrieren darzustellen. Ich finde, der organisierte Sport darf sich nicht auf diesem Narrativ ausruhen. Es ist an der Zeit, Strukturen kritisch anzuschauen, diese zu hinterfragen und progressiv zu verändern. Dies ist meiner Meinung nach unter anderem durch Repräsentation, Empowerment und Powersharing möglich!

Joana Sam-Cobbah, Landessportbund NRW im Projekt "Entschlossen.weltoffen - Gemeinsam für Demokratie und Respekt" 
Joana Sam-Cobbah

In den Debatten über Rassismus, Beteiligung und Diversität im Fußball sprechen wir zu wenig über Mädchen und Frauen. In den Nationalteams in Deutschland, England oder in den Niederlanden spielen sehr wenige Schwarze Spielerinnen. Ein Kontrast zu den Männer-Nationalteams, die von Vielfalt geprägt sind. Verbände und Vereine sollten Ursachen erforschen und langfristige Maßnahmen verabschieden. Förderprogramme, Stipendien oder Diversity-Quoten. Erst dann können wir auch die symbolischen Kampagne des Fußballs ernst nehmen.

Ronny Blaschke, Journalist und Autor
Portrait von Ronny Blaschke

Wir stehen für eine Gesellschaft, in der sich alle Menschen frei entfalten können – unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder sozialem Hintergrund. Sport ist für uns als Netzwerk ein kraftvolles Instrument für Chancengerechtigkeit, soziale Teilhabe und den Abbau von Stereotypen. Deshalb unterstützen wir Klischeefrei im Sport: Damit Sport ein Ort wird, an dem alle ihre Potenziale entfalten und gleichberechtigt teilhaben können. 

Lena Pawelke und Jens Dreesen, geschäftsführende Vorstände vom Sport for Development (S4D) Netzwerk Deutschland e.V.
Lena Pawelke und Jens Dreesen

Die vielfältige Sport-Gesellschaft mag vielen eine Herausforderung sein. Ich sehe sie vor allem als Chance. Aber wir müssen mehr tun, um Frauen in die Verbände zu bringen, junge Leute in die Vorstände, Menschen mit familiärer Zuwanderungsgeschichte in Funktionen über das Traineramt hinaus. Gerade mit dem Amateurfußball können wir die Welt besser machen. Wenn wir die Chance nicht nutzen, sind wir selbst schuld.

Gerd Thomas, Jugendleiter und Vorsitzender vom FC Internationale Berlin, Gesellschafter bei den HARTPLATZHELDEN
Gerd Thomas steht auf einem Fußballplatz

In einer klischeefreien Sportkultur reicht es nicht, nur eine Form der Diskriminierung zu bekämpfen. Wir müssen anerkennen, dass viele Menschen – insbesondere Women of Color – an gleich mehreren Fronten gleichzeitig kämpfen. Wenn wir über klischeefreie Räume sprechen, dann darf Intersektionalität kein Randthema sein. Es braucht gezielte Förderstrukturen, Schutz vor mehrfacher Ausgrenzung und vor allem: die Bereitschaft, genau hinzusehen – auch dort, wo wir bisher zu oft weggesehen haben. Klischeefrei heißt: alle mitdenken. Auch – und gerade – die, die am häufigsten übersehen werden.

Rachel Etse, Ethnologin & Rassismuskritische Trainerin
Portraitbild Rachel Etse

Sport zeigt, was fair ist und was nicht. Er lebt von Teamgeist, Leistungsbereitschaft und gegenseitigem Respekt. Doch genau das, was auf dem Spielfeld zählt, darf danach nicht enden. Klischeefreiheit im Sport bedeutet für mich: keine Schubladen, keine Rollenklischees, keine Ausreden. Vielfalt muss nicht nur geduldet, sondern aktiv gefördert werden. Es geht darum, Räume zu schaffen, in denen Herkunft, Alter oder Funktion keine Rolle spielen – aber faire Bezahlung umso mehr.

Jessica Kreuzer, Ex-Fußballprofi und Gründerin von Gehalt Offensive
Portrait_Jessica_Kreuzer

Um Sexismus im Fußball zu beenden, ist es wichtig, Aussagen kritisch zu beleuchten. Was bezwecken Aussagen wie "Das musst du einfach abkönnen!" denn eigentlich? Ein Festhalten am (frauenabwertenden) Status Quo. Ich möchte durch meine Forschung mehr Wissen generieren und dazu beitragen, dass zukünftig alle gleichermaßen ohne Ausgrenzung oder Abwertung in der Welt des Sports unterwegs sein können!

Dr. Thaya Vester, Wissenschaftl. Mitarbeiterin am Institut für Kriminologie der Universität Tübingen
Portraitbild von Dr. Thaya Vester

Geschlechtergerechtigkeit im Sport ist kein Luxus, sondern eine Frage von Anerkennung und Würde. Als Spielerin habe ich erlebt, dass wir mit sehr wenig zufrieden sein sollten. Denn in den Köpfen vieler war klar: "Richtiger" Fußball ist Männersache. Wandel ist nur möglich, wenn wir laut werden. Wenn wir unsere Geschichten erzählen – nicht als Einzelfälle, sondern als Ausdruck eines strukturellen Problems. Nur so wird deutlich, dass Frauen keine "Ausnahmen" sind, sondern selbstverständlicher Teil des Sports.

Kathrin Längert, ehemalige Profifußballerin und Autorin
Kathrin Längert sitzt vor einer Wand

Es ist mir wichtig, in unserem Ressort zu zeigen, dass Sport vielfältig ist – sowohl auf dem Spielfeld als auch in der Redaktion. Insbesondere junge Frauen sind im Sportjournalismus unterrepräsentiert und müssen Hürden überwinden. Ich möchte dazu beitragen, dass sie diesen Themenbereich aktiv mitgestalten und weiterentwickeln.

Inga Hofmann, Journalistin, Ressortleiterin Sport beim Tagesspiegel
Portraitbild Inga Hofmann

Unterschiede gilt es nicht zu ignorieren, es fordert die radikale Ehrlichkeit unsererseits diese immer wieder anzusprechen. Die Verantwortung und Chancen müssen wir so verteilen, dass wir unabhängig von Geschlecht oder Identität selbstbestimmt leben und wirken können. Vielfalt begreife ich als Stärke, im aktiven Sport leben wir sie jeden Tag miteinander im Team.

Tabea Kemme, TV-Expertin und ehemalige Profifußballerin
Portraitfoto von Tabea Kemme

Die Kernkompetenz für Trainer*innen ist die Fähigkeit zur Selbstreflexion, um den raffinierten Fallen der Stereotype auf die Spur zu kommen, die unser Handeln leiten. In die eigenen ‚Schatten‘ zu blicken, kann unangenehm sein, ist aber unumgänglich, wenn ich im Sport mit zumeist jungen Menschen arbeiten will, die sich mir mit ihrem Leib und ihrer Seele anvertrauen. Deshalb muss ich mir zuerst selbst vertrauen. Hier liegt eine große Ressource, um ein sicheres Umfeld zu schaffen, in dem Entwicklung möglich wird und Leistungen wachsen können.

Christian Hungerecker, Diplomtrainer und Sportpsychologischer Experte
Portraitfoto Christian Hungerecker

Veränderung ist ein Prozess, der Zeit braucht und auch mal unbequem sein kann. Um Menschen auf dieser Reise mitzunehmen, müssen wir manchmal (vorerst) kleinere Brötchen backen. Im Privaten neige ich manchmal dazu, mit der Brechstange vorgehen zu wollen – doch so funktioniert struktureller Wandel nicht. Es braucht Geduld und Offenheit. Sprache entwickelt sich fortlaufend und wir lernen immer mehr über bspw. historische Ursprünge diskriminierender Sprache, mit diesem Wissen und vor allem Bewusstsein können wir unsere Sprache vielfaltssensibel verändern. Denn wenn ein Umfeld nicht inklusiv ist, dann bleibt es nicht lange divers.

Dr.'in Solvejg Wolfers-Pommerenke, Koordinatorin Qualifizierung und Services bei KickIn! - Beratungsstelle Inklusion im Fußball
Portraitbild

Geschlechtergerechtigkeit im Sport ist keine Option, sondern eine absolute Notwendigkeit und ein entscheidender Impuls für unsere Gesellschaft. Wenn ich die ungleichen Bedingungen für Sporter*innen und die chronische Unterrepräsentation von Frauen in Organen der Sportorganisationen in Deutschland sehe, weiß ich: Das muss sich ändern! Bei uns im Unternehmen haben wir vor 20 Jahren denselben Anspruch verfolgt. Heute sind 50% unserer Führungspositionen von Frauen besetzt, es gibt keinen Gender Pay Gap, und das Resultat ist eine großartige, sichere Arbeitsatmosphäre für alle – frei von Geschlechterkonflikten und mit einer extrem positiven Geschäftsentwicklung. Meine Erfahrung zeigt zudem: Wo Geschlechtergerechtigkeit gedeiht, wird sie auch zum Motor für Chancengerechtigkeit und Zugehörigkeit für andere marginalisierte Gruppen. Geschlechtergerechtigkeit ist weit mehr als Fairness; sie ist der Schlüssel zu unserem vollen Potenzial und eine Win-Win-Situation für alle.

Stefan Geister, Chief Sustainability Officer und Lead Diversity, Equity & Inclusion bei L'Oréal DACH und Vorstandsvorsitzender von VEREINITY e. V.
Portraitfoto von Stefan Geister

Sport ist nur stark, wenn jede*r, egal welches Geschlecht, welche Identität, Herkunft oder Lebensrealität, die gleichen Chancen hat, gesehen, gehört und wirklich zugehörig zu sein. Chancengerechtigkeit, Inklusion, Vielfalt und echte Zugehörigkeit sind die Grundlage von Fairness, Teilhabe und Teilgabe. Solange wir sie nicht aktiv leben, spielen wir auf einem Spielfeld voller unsichtbarer Grenzen und verpassen, wer wir gemeinsam sein könnten.

Thomas Killer, Gründer BE!LONGING CONSULTING und Board Member VEREINITY
Portraitfoto von Thomas Killer

Geschlecht darf nicht bestimmen, wer gehört wird oder welche Chancen man bekommt. Vielfalt im Sport ist für mich kein Buzzword – sie ist der Motor für neue Ideen, bessere Teams und ehrliche Berichterstattung. Ich möchte, dass junge Frauen sehen: Ja, du kannst, ja, du darfst, ja, du wirst gebraucht. Und dass Männer verstehen: Es geht nicht darum, dass jemand anders mehr bekommt, sondern dass wir gemeinsam faire Chancen schaffen. Für mich bedeutet klischeefrei: die gleichen Regeln für alle, Respekt für alle, Mut zur eigenen Stimme. Sport kann ein Spiegel unserer Gesellschaft sein – wenn wir die Vielfalt zulassen, nicht ignorieren.   

Julia Kleine, Sportmoderatorin und Sportwissenschaftlerin
Portraitfoto von Julia Kleine

Solange Geschlecht im Sport sortiert, begrenzt und verletzt, können wir nicht von Fairness sprechen. Geschlechtergerechtigkeit bedeutet Sport als Ort sozialer Gerechtigkeit zu gestalten – für alle Geschlechter.

Safa Semsary, Polar Pinguin Berlin e. V.| Beraterin, Moderatorin und Prozessbegleiterin im Kontext Antidiskriminierung und Diversity
Portraitbild Safa Semsary

Während meiner gesamten Zeit im Sport als Sportlerin, Trainerin und Funktionärin bin ich immer wieder an Grenzen gestoßen, wie ich als Mädchen/Frau zu sein hatte. Ich habe mich daran abgearbeitet und viele dieser Begrenzungen für mich verschoben - vielfach belächelt, gegen erheblichen Widerstand und mit großem Kraftaufwand. Öfter bin ich auch gescheitert, da ich nicht ins Bild passte. Und doch habe ich mir Freiraum, Erfolg und Anerkennung erkämpft - aber ich war Eine von Wenigen. Was es braucht, um nicht "Einzelfall" zu bleiben, sind Sichtbarkeit und Strukturen für Geschlechtergerechtigkeit im Sport und unserer Gesellschaft.  Niemand sollte nur über sein Geschlecht definiert werden, sondern immer als Mensch unter Menschen - als Mehrgewinn für alle.

Doris Birkenbach, Vizepräsidentin Landessportverband Schleswig-Holstein
Doris Birkenbach hält ein Statementschild

Als junge Frau in einer Führungsrolle im Sport möchte ich zeigen, dass Verantwortung und Mitgestaltung für alle möglich sind – unabhängig von Geschlecht, individuellen Lebensrealitäten oder sozialen Barrieren. Was ich im Sport erfahren durfte – Selbstwirksamkeit, Empowerment und Wertschätzung – soll kein Privileg sein, sondern eine Chance für ALLE Kinder und Jugendlichen in Deutschland.

Julia Schneider, Vorsitzende der Deutschen Turnjugend, Präsidiumsmitglied im Deutschen Turner-Bund, DTB ChangeMaker
Portraitbild von Julia Schneider

Sexismus im Sport ist mehr als nur sexistische Kommentare oder Catcalling. Sexismus ist strukturell und kulturell im System verankert und führt zu sich immer wiederholenden Ungleichheiten für Athletinnen: schlechtere Bezahlung, weniger Medienpräsenz, ein höheres Risiko, sexualisierte Gewalt zu erfahren, und eine riesige Gender Data Gap. Das alles sind Symptome eines tief verwurzelten Problems. In meiner Promotion zu Sexismus im Spitzensport möchte ich die dahinterstehenden Muster sichtbar machen – und so einen Teil zu einem klischeefreien Sport beitragen.

Julia Hollnagel, Promotionsstipendiatin bei der Sportstiftung NRW
Portraitfoto von Julia Hollnagel

Diskriminierungen im Sport sind nicht immer laut oder sichtbar. Sie geschehen in Auswahlprozessen, in Sprache, in der Bewertung und Beurteilung von Leistung, in der Verteilung von Vertrauen und Verantwortung. Diskriminierung ist etwas, das den gesamten Sport mit all seinen Akteur*innen betrifft und schwer belastet. Nur durch den Einsatz und den Willen jedes einzelnen Menschen kann sich systemisch und nachhaltig etwas verändern.

Robin Afamefuna, Profifußballer und Kulturanthropologe
Portraitfoto von Robin Afamefuna

Im Sport wie in der Bildung geht es um Teilhabe, Anerkennung und Chancengerechtigkeit – für alle Geschlechter. Klischees engen ein, 
Vielfalt öffnet Räume. Deshalb gestalten wir mit Lernort Stadion Bildungsräume, in denen junge Menschen unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder sozialem Hintergrund mitwirken und wachsen können.

Ina-Marie Bargmann und Birger Schmidt, Lernort Stadion e. V.
Von links: Ina-Marie Bargmann und Birger Schmidt

Wir glauben an die Stärke von Vielfalt. Unterschiedlichen Perspektiven helfen uns, neue Ideen und damit Chancen zu entwickeln. Dafür müssen wir Vorurteile und Klischees beiseite räumen und Wege aufzeigen: Um Vielfalt zu fördern, brauchen wir Strukturen, die alle einbinden und keinen ausschließen. Im Deutschen Handballbund sind wir stolz, dass mittlerweile in jedem Gremium Männer UND Frauen vertreten sind - und im Präsidium sogar deutlich mehr Frauen und junge Menschen. Nur so kommen wir voran. Das zeigen wir bei der Handball-Weltmeisterschaft der Frauen auch mit unserer Bewegung "Hands up for more".

Dr. Verena Svensson, Vorsitzende der Gleichstellungskommission und Mitglied im DHB-Präsidium
Portraitbild von Dr. Verena Svensson

Ich wünsche mir mehr Respekt für den Einsatz und die Zeit, die Spielerinnen, das Trainerteam und die Menschen im Hintergrund investieren, und eine echte Anerkennung ihrer Leistungen – nicht nur dann, wenn Erfolge sichtbar werden, sondern kontinuierlich. Was mir außerdem oft fehlt, ist das gegenseitige Gönnen innerhalb der Vereine: die Fähigkeit, sich ehrlich über den Erfolg der Frauenmannschaften zu freuen, statt ihn kleinzureden oder zu relativieren. Frauenhandball verdient Sichtbarkeit, Unterstützung und ein Umfeld, das sowohl sportliche Leistung als auch Engagement ernst nimmt.

Britta Kleine, 1. Vorsitzende TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck
Portraitbild von Britta Kleine
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