Here To Hoop – Basketball für Mädchen* und FLINTA*
„Here To Hoop“ ist ein kostenloses Basketball-Programm für Mädchen* und FLINTA* in Berlin. Mädchen und FLINTA* sind im Basketball immer noch unterrepräsentiert — und das Team von „Here to Hoop“ will das ändern. „Here to Hoop“ ist eine wachsende Community für Berliner*innen, die gemeinsam auf den Courts der Stadt spielen wollen.
Das Team von „Here To Hoop“ schafft Angebote, die kostenlos, niedrigschwellig und ohne Leistungsdruck zugänglich sind. Die Mädchen* und FLINTA*-Personen müssen keine Vorerfahrung mitbringen und sich nicht direkt für eine Vereinsmitgliedschaft entscheiden.
Mit den regelmäßigen „FLINTA* Open Sessions“ bieten sie einen geschützten und offenen Raum, in dem die Teilnehmenden Basketball ausprobieren, wieder einsteigen oder einfach gemeinsam spielen können. Mit dem Format „HereToHoop goes Kiez“ bringt das Team diese Angebote zusätzlich in unterschiedliche Berliner Bezirke und direkt in die Lebensrealität der Teilnehmenden.
Vier Fragen – Vier Antworten mit Sinduya Jeevaratnam
Das Programm von „Here To Hoop“
Mit regelmäßigen „FLINTA* Open Sessions“ und dem Format „HereToHoop goes Kiez“ bietet das Projekt geschützte und offene Räume zum Ausprobieren, Wiedereinsteigen und gemeinsamen Spielen. Dadurch erreicht „Here To Hoop“ Mädchen* und FLINTA*-Personen, die bisher wenig Berührungspunkte mit Basketball oder Vereinssport hatten.
Ein besonders erfolgreiches Beispiel ist dabei die Aktionswoche Mädchen* Basketball. Gemeinsam mit 24 Basketballvereinen aus Berlin und Brandenburg hat „Here To Hoop“ kostenlose Schnuppertrainings angeboten. Ursprünglich hatten sie mit 200 Teilnehmerinnen* gerechnet – tatsächlich nahmen mehr als 400 Mädchen* teil, darunter rund 300 Anfängerinnen*. Dabei ist die direkte Ansprache durch Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Soziale Medien, Vereine und Community-Netzwerke von besonderer Bedeutung.
Was waren bisher die größten Herausforderungen beim Aufbau von „Here To Hoop“ und wie seid ihr damit umgegangen?
Eine der größten Herausforderungen ist, dass Mädchen* und FLINTA*-Personen im Basketball weiterhin weniger Sichtbarkeit, Ressourcen, Hallenzeiten und Entwicklungsmöglichkeiten erhalten. Gleichzeitig reicht es nicht aus, lediglich ein Angebot zu schaffen. Die Zielgruppe muss von dem Angebot erfahren und sich dort auch sicher, willkommen und ernst genommen fühlen.
Deshalb setzen wir nicht nur auf einzelne Events, sondern auf unterschiedliche Zugänge. Die „FLINTA* Open Sessions“ schaffen regelmäßige und verlässliche Trainingsmöglichkeiten. Mit „HereToHoop goes Kiez“ erreichen wir Menschen in verschiedenen Bezirken und bauen neue lokale Netzwerke auf. So können wir auch diejenigen ansprechen, die den Weg in einen klassischen Verein bisher nicht gefunden haben.
Bei der Aktionswoche Mädchen* Basketball bestand die Herausforderung darin, viele unterschiedliche Vereine, Standorte und Zielgruppen unter einer gemeinsamen Kampagne zusammenzubringen. Dafür haben wir den teilnehmenden Vereinen Kommunikationsvorlagen, Social-Media-Materialien, Flyer und organisatorische Unterstützung zur Verfügung gestellt. So konnten die Vereine die Kampagne eigenständig über ihre Websites, Newsletter und Social-Media-Kanäle verbreiten.
Eine weitere Herausforderung ist der Mangel an FLINTA*-Personen im Coaching. Deshalb haben wir mit „HereToCoach“ ein eigenes Qualifizierungsprogramm aufgebaut. Statt der ursprünglich geplanten 15 Personen konnten wir 22 FLINTA*-Personen für den Einstieg ins Coaching gewinnen. Sie wurden durch Workshops, Praxiseinheiten, Hospitationen und Mentoring begleitet.
Welche Veränderungen nehmt ihr bei den Teilnehmenden wahr?
Wir erleben, dass viele Teilnehmerinnen* mit jeder Session selbstbewusster werden. Einige kommen am Anfang sehr zurückhaltend auf den Court, trauen sich kaum, den Ball zu fordern oder Fehler zu machen. Nach kurzer Zeit übernehmen sie Verantwortung, unterstützen andere und bringen eigene Ideen ein.
Gerade bei den regelmäßigen „FLINTA* Open Sessions“ sehen wir, wie wichtig Kontinuität ist. Die Teilnehmenden kommen wieder, bauen Vertrauen auf und entwickeln ein stärkeres Zugehörigkeitsgefühl. Bei „HereToHoop goes Kiez“ erleben wir außerdem, dass neue Menschen dazukommen, die über ein klassisches Vereinsangebot wahrscheinlich nicht erreicht worden wären.
Bei der Aktionswoche war besonders sichtbar, wie groß das Interesse von Mädchen* am Basketball ist, sobald passende und gezielt beworbene Angebote geschaffen werden. Mehr als 400 Teilnehmerinnen statt der geplanten 200 zeigen, dass es nicht an fehlendem Interesse mangelt, sondern häufig an Zugängen, Sichtbarkeit und passenden Strukturen.
Auch über die einzelnen Trainings hinaus entsteht Veränderung: Teilnehmerinnen bringen Freundinnen mit, wechseln teilweise in reguläre Vereinsangebote oder interessieren sich selbst für eine Rolle als Coach. Durch „HereToCoach“ erleben wir zudem, wie FLINTA*-Personen von Teilnehmerinnen* zu Vorbildern und Multiplikator*innen werden können.
Was braucht es, damit solche Projekte langfristig Wirkung entfalten können?
Geschlechtergerechte Sportangebote dürfen nicht nur als kurzfristige Einzelprojekte gedacht werden. Damit nachhaltige Veränderungen entstehen, braucht es langfristige Finanzierung, geeignete Sportflächen, verbindliche Kooperationen und Menschen, die die Angebote kontinuierlich begleiten können.
Unsere verschiedenen Formate ergänzen sich dabei: Die Aktionswoche Mädchen* Basketball schafft große Sichtbarkeit und erste Zugänge. Die FLINTA* Open Sessions bieten anschließend regelmäßige und verlässliche Räume. „HereToHoop goes Kiez“ bringt Basketball in unterschiedliche Bezirke und erreicht neue Communities. „HereToCoach“ sorgt gleichzeitig dafür, dass mehr FLINTA*-Personen selbst Verantwortung im Coaching übernehmen können.
Die Aktionswoche hat gezeigt, welches Potenzial entsteht, wenn Vereine, Verbände, Community und Partnerinnen gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Durch die Beteiligung von 24 Vereinen und die eigenständige Kommunikation der Vereine entwickelte sich die Aktionswoche von einem einzelnen Event zu einer berlinweiten Bewegung für Mädchen Basketball.
Langfristig müssen Mädchen* und FLINTA*-Personen stärker in allen Bereichen des Sports vertreten sein – als Spielerinnen*, Coaches, Schiedsrichterinnen*, Organisatorinnen* und Entscheidungsträgerinnen*. Unser Ziel ist es daher, nicht nur einzelne Trainings anzubieten, sondern Strukturen im Basketball dauerhaft zu verändern.









